VEREIN

Wir zeigen Möglichkeiten

Neben der klassischen Beratungsstelle für Straffällige und Angehörige sind wir zudem seit 1981 die Anlaufstelle für teilstationäre Betreuung in den Wohneinrichtungen in Ulm und Göppingen. Auch die ambulante Betreuung im Individualwohnraum ist in Ulm und Umgebung im Angebot. Grundsätzlich werden Strafgefangene aus den
Justizvollzugsanstalten Ulm, Ravensburg, Heimsheim und Schwäbisch Hall betreut.

Was wir anbieten!

  • Beratungsstelle für Straffällige und Angehörige in Ulm
  • Teilstationäre Betreuung in den Wohneinrichtungen Ulm (10 Plätze) und Göppingen (6 Plätze)
  • Finanzielle Unterstützung für soziale Arbeit in der JVA Ulm und der Bewährungs- und Gerichtshilfe Baden-Württemberg
  • Finanzielle Überbrückung von Notlagen bei Straffälligen und Probanden der Bewährungshilfe
  • ambulante Betreuung im Individualwohnraum in Ulm (7 Plätze)
  • Betreuung von Strafgefangenen in der JVA Ulm, insbesondere auch im Rahmen des Nachsorgeprojekts Chance bei Haftentlassung
  • Zeugenbegleitung durch Ehrenamtliche des Vereins
  • Antigewalttraining und Gewaltherapeutische Einzelberatung
  • Projekt Gemeinnützige Arbeit / „Schwitzen statt Sitzen“
  • Opferfonds – Jugendliche und Heranwachsende können durch gemeinnützige Arbeit Gelder für Schadenswiedergutmachung erarbeiten
  • Eltern-Kind-Projekt Chance
  • Schuldnerberatung in Haft

Unsere Entstehung

1836

Die Wurzeln des heutigen Vereins reichen weit in das frühe 19. Jahrhundert zurück und finden sich 1836 im Adressbuch von Ulm als ein von der Bürgerschaft Ulms getragener Gefangenenhilfsvereins.

 

1954

Nach dem zweiten Weltkrieg gründeten sich in Ulm zwei Vereine der sozialen Rechtspflege. Der Gefangenenfürsorgeverein und am 18.06.1954 der Verein zur Förderung der Bewährungshilfe im Landgerichtsbezirk Ulm, bis 1969 vom jeweiligen Landgerichtspräsidenten geleitet. Später fusionierten beide Vereine.

Kurz nach der Gründung stellte der Verein einen Bewährungshelfer an. Damals wie heute versteht sich der Verein als Einrichtung, die innovative Ideen aufgreift und erprobt. Die Anfänge der Bewährungshilfe waren privatrechtlich organisiert und erst die Erfolge der tätigen Bewährungshelfer waren Anlass für den Gesetzgeber, die staatliche Bewährungshilfe einzuführen.

1960

Gleichermaßen Neuland betrat der Bewährungshilfeverein auch im Jahr 1960 als er erstmals in Baden-Württemberg einen Gerichtshelfer anstellte, ebenfalls lange bevor dies Eingang in die Strafprozessordnung fand. Erst 15 Jahre später (1975) kam es zur gesetzlichen Institutionalisierung der Gerichtshilfe.

Ebenfalls in das Jahr 1960 fallen die Anfänge des Hauses im Donautal, welches vom 1957 gegründeten bis 2003 in Ulm ansässigen Landesverband der Bewährungshilfe Württemberg, einem Zusammenschluss gleichartiger Vereine der anderen Land- / Amtsgerichtsbezirke, betrieben wurde und vielfältige personelle wie finanzielle Verflechtungen mit dem Ulmer Verein aufwies.

1977

Gefangenenfürsorgeverein und Bewährungshilfeverein, deren Mitglieder sich vorwiegend aus Richtern und Staatsanwälten sowie Sozialarbeitern des Landgerichtsbezirks rekrutierten, arbeiteten freundschaftlich zusammen und betrieben bereits gemeinsam ab 1976 die Anlauf- und Beratungsstelle für Strafentlassene in Ulm. Ende 1977 fusionierten beide Vereine.

1985

Im Mai 1978 übernahm der damalige Direktor des Amtsgerichts Bock den Vorsitz. Unter seiner Führung konnte mit Hilfe einer großzügigen Erbschaft im Jahr 1981 das Übergangswohnheim für Haftentlassene in der Zinglerstraße in  Ulm mit 10 Wohnheimplätzen mit teilstationärer Betreuung und im Jahr 1985 ein Wohnheim mit 6 Plätzen in Göppingen in der Alexanderstraße eröffnet werden.

1986

Von 1986 bis 1991 leitete Vizepräsident des Landgerichts Menz den Verein, gefolgt von Direktor des Amtsgerichts Nagel, der ihm 14 Jahre lang vorstand und maßgeblich im Landesverband der Bewährungshilfevereine die Fusion dieses Verbandes mit dem Verband der Straffälligenhilfe – letztlich mit Erfolg – betrieb.

1992

Durch die Abordnung eines Vorstandsmitglieds im Jahr 1991/1992 nach Leipzig kamen Kontakte zu dem dort gegründeten Bewährungshilfeverein „Leben ohne Fesseln“ zustande. 

Der Ulmer Verein stellte das Startkapital zur Verfügung für den Erwerb des Übergangswohnheims in Leipzig-Markleeberg.

2004

Im Jahr 2004 wurden die bereits durch entsprechende Schulungen vorbereiteten Projekte der Zeugenbegleitung wie des Antigewalttrainings gestartet.

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2005

Die Folgejahre waren geprägt durch die Umsetzung der landesweit im Rahmen des Netzwerkes Straffälligenhilfe organisierten Projekte „Schwitzen statt Sitzen“, Nachsorgeprojekt Chance und „Eltern-Kind Projekt“. 

Neu begründet wurde der Opferfonds, der in Zusammenarbeit mit den Jugendrichtern des Bezirks und der Jugendgerichtshilfe mittellosen Jugendlichen und Heranwachsenden ermöglicht, durch gemeinnützige Arbeit Geld für eine Wiedergutmachung von Schäden zu erwirtschaften.

2014

Der Verein erwirbt in Göppingen das Haus in der Christophstraße und renoviert dieses als Ersatz für das bisherige Haus in der Alexanderstraße, das sich als zu beengt erwies. Weiterhin stehen dort 6 Wohnheimplätze für Haftentlassene zur Verfügung.

2016

Nach elf Jahren als Vorsitzender der Bewährungs- und Straffälligenhilfe geht der Vorsitz von Vorsitzendem Richter am Landgericht Gugenhan an den Ulmer Oberstaatsanwalt Adamski.

Zu diesem Zeitpunkt ist der Ulmer Verein der mitgliederstärkste Verein der sozialen Rechtspflege in Baden-Württemberg – was er bis heute mit 252 Mitgliedern weiterhin ist.